Die erste Nacht ist überstanden. Wie ein Vater bei der Geburt, der auf das erste Lächen auf den Lippen seines Babys wartet und sich stattdessen über sein unkontrolliertes Sabbern freut, bin ich wach geblieben und habe es immer wieder angeschaut. Stoff ist so ein hübsches Kind. Wie alle Babys, ist es das hübscheste der Welt.
Mein Blog hat nicht gelächelt und nicht gesabbert. Aber die ersten Stunden waren davon geprägt, ihm das Sprechen und Laufen beizubringen. Im Internet geht eben alles etwas schneller.
Und obwohl mein Baby noch kaum ein, zwei Sätze hervorgebracht hat, habe ich schon Komplimente bekommen. Befremdlich der Gedanke, dass man das auch bei richtigen Kindern macht. Als ob man über die Initialzündung hinaus irgendeinen Einfluss auf das Gelingen des Produktes Baby hätte.
Fünf Tassen Yogi-Tee später, durch drei Sorten rotierend, sitze ich vor dem Bildschirm und trichtere brav die ersten Worte in mein Blog. Es war beglückend anzuschauen, wie mein Baby die ersten Worte „Gib Stoff“ nachplapperte. Jetzt gehen ihm schon längere Sätze über die Lippen.
Die ersten Stunden verbrachte ich damit Spielzeug auszusuchen. Man findet es hier auf der rechten Bettseite. Irgendwann habe ich realisiert, dass es keinen Sinn macht, ihm so früh zu viel Spielzeug ins Bett zu legen. Das kommt dann, wenn es wächst.
Der Suchtfaktor, den so ein Frischling nach sich zieht, ist unumstritten. Es soll Leute geben, die abonnieren einen RSS-Feed nur deshalb, weil sie sich des süchtig machenden Geplappers nicht entziehen können.
Ich bin nach vielem süchtig. Seit neuestem nach Tee. Seit kürzestem nach Wasabi-Nüssen. Seit wenigen Stunden bin ich süchtig nach Stoff. Im Internet geht eben alles etwas schneller.