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Alter!

Um die Weihnachtszeit kriege ich immer Angstzustände. Nicht nur für ein paar Tage, sondern ganze Wochen muss ich mich einem Klischee unterordnen, mit dem ich so gar nichts gemein habe.

Das schlimmste daran ist, es wiederholt sich immer. Denn die meisten, die Weihnachten feiern wollen, versuchen es so wie immer zu machen. Für mich ein Alptraum. Manifestierter rotweisser Coca-Cola-Weihnachtsmann-Stillstand. Gottseidank ist es noch ein paar Monate hin bis zur nächsten zelebrierten Wohlstands-Fiesta. Dazwischen liegt ein Sommer, mit den Abenden, an denen man nicht mehr nach Hause gehen möchte.

Letzte Weihnachten musste ich bei meinen Eltern auf dem Land absitzen. Nichts gegen meine Eltern. Nichts gegen das Land. Aber Land und Weihnachten auf einmal brauch ich wirklich nicht.

Um dem Staub unterm Sofa zu entkommen sind wir ins Kino geflüchtet. Der Film, „Ein Freund von mir“, Regie von Sebastian Schipper, hat mich richtig umgehauen. Das, warum ich Kino liebe, steckt in diesem Film. Was man am Kino liebt kann man so leicht vergessen. Keine Ahnung, dass ich das vergessen hatte. Du merkst es erst, wenn es Dir wieder bewusst gemacht wird.

Solche Filme haben die Power dich vom Hocker zu reissen und anschließend dafür zu verspotten, wie leichtsinnig du die Qualitäten des Lebens vernachlässigst und dich von Dummheiten wie der weihnachtlichen Harmonie-Vergewaltigung vereinnahmen lässt. Oder ähnlichen Konzepten, wie die Angstmache um die Rente, oder die allgemeine „Na dann halt“-Haltung zum Thema Klimawechsel.

Zu letzterem könnte ich ein Buch schreiben. Nicht zum Klimawechsel, sondern dazu wie wir damit umgehen. Wie ein Patient, der gerade erfahren hat, dass er sterbenskrank ist. Ignoranz aus Hilflosigkeit scheint in unserer Natur zu liegen, wir feigen Sauen.

Aber ich komme vom Thema ab. Denn worum es wirklich geht ist der Kit zwischen den Kacheln. Das Harz zwischen Baum und Rinde. Das, was wir nicht bemerken, wenn wir mit unserem Gegenüber das vierte Glas heben. Das, was uns träumen und die Zeit vergessen lässt, was uns bewegt und bisweilen unser Herz schneller schlagen lässt.

Und darauf kommt es an.

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Suchtfaktor 10

Die erste Nacht ist überstanden. Wie ein Vater bei der Geburt, der auf das erste Lächen auf den Lippen seines Babys wartet und sich stattdessen über sein unkontrolliertes Sabbern freut, bin ich wach geblieben und habe es immer wieder angeschaut. Stoff ist so ein hübsches Kind. Wie alle Babys, ist es das hübscheste der Welt.

Mein Blog hat nicht gelächelt und nicht gesabbert. Aber die ersten Stunden waren davon geprägt, ihm das Sprechen und Laufen beizubringen. Im Internet geht eben alles etwas schneller.

Und obwohl mein Baby noch kaum ein, zwei Sätze hervorgebracht hat, habe ich schon Komplimente bekommen. Befremdlich der Gedanke, dass man das auch bei richtigen Kindern macht. Als ob man über die Initialzündung hinaus irgendeinen Einfluss auf das Gelingen des Produktes Baby hätte.

Fünf Tassen Yogi-Tee später, durch drei Sorten rotierend, sitze ich vor dem Bildschirm und trichtere brav die ersten Worte in mein Blog. Es war beglückend anzuschauen, wie mein Baby die ersten Worte „Gib Stoff“ nachplapperte. Jetzt gehen ihm schon längere Sätze über die Lippen.

Die ersten Stunden verbrachte ich damit Spielzeug auszusuchen. Man findet es hier auf der rechten Bettseite. Irgendwann habe ich realisiert, dass es keinen Sinn macht, ihm so früh zu viel Spielzeug ins Bett zu legen. Das kommt dann, wenn es wächst.

Der Suchtfaktor, den so ein Frischling nach sich zieht, ist unumstritten. Es soll Leute geben, die abonnieren einen RSS-Feed nur deshalb, weil sie sich des süchtig machenden Geplappers nicht entziehen können.

Ich bin nach vielem süchtig. Seit neuestem nach Tee. Seit kürzestem nach Wasabi-Nüssen. Seit wenigen Stunden bin ich süchtig nach Stoff. Im Internet geht eben alles etwas schneller.

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Gib Stoff, Baby

Irgendwann ist es genug. Man hat drei angefangene Notizbücher und man hat es dicke mit den Einträgen, die sich nur um Arbeit drehen. Dann will man auch mal etwas schreiben, was wirklich bewegt. Daher Stoff. Es gibt keinen besseren Grund.

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